Warum schreibe ich
und worüber?

Woher hast Du das denn?

Das war die verwunderte Frage meines Vaters, als er mich – für ihn ganz plötzlich – immer wieder vor meinem kleinen Laptop sitzen und in die Tastatur tippen sah.

„Von mir bestimmt nicht“, ergänzte er verschmitzt.

Ja, da hatte er wohl recht. Während ich das hier fröhlich vor mich hin formuliere, sehe ich meinen Vater noch heute vor mir, wie er mich ein wenig bewundernd anlächelt.

Dabei war das eigentlich keine große Überraschung. Schon als Kind habe ich kleine Theaterstücke geschrieben und mir liebend gern Geschichten ausgedacht. Meinen ersten schulischen Erfolg hatte ich mit einer Lügengeschichte, die ich sogar vorlesen durfte.

Meine Mutter gab mir sicher nicht ohne Grund den Spitznamen „Träumerchen“. Ich selbst bezeichne mich als Geschichtensammlerin und feine Beobachterin kleiner Alltags­szenen.

Meine Freundinnen und Freunde hingen mir an den Lippen, wenn ich ihnen von meinen Erlebnissen erzählte – bildreich und mit großer Freude.

Was war passiert?

Meine Krebsdiagnose Ende 2015 (Non-Hodgkin-Lymphom, Stadium IV) war „schuld“ daran, dass ich der Stigmatisierung mit meinem Blog „Zellenkarussell“ entgegen schrieb – und dabei ein vom beruflichen Alltag verschüttetes Talent wiederentdeckte.

Schätze liegen eben manchmal dort, wo man stolpert.

Zu oft hatte ich mir unverschämte Sprüche anhören müssen. Ich wollte nicht leise leiden und vor mich hin schimpfen, kein Opfer sein. Ich wollte etwas tun. Ich war – und bin – eine Macherin. Meine persönliche Schlüsselszene fand in einer Boutique statt. Die Verkäuferin erkannte anhand meines Pflasters wo vorher mein Port gesessen hatte sofort, dass ich eine ehemalige Krebspatientin war. Daraufhin ließ sie mich unfreiwillig an ihren Gedanken teilhaben und krönte diese mit dieser Aussage: „Die Hannelore Elsner hat das schon richtig gemacht. Die hat niemanden mit ihrem Krebs belästigt. Tolle Frau.“ Die ganze Geschichte kannst Du gerne hier nachlesen.

Damit fing alles an. So kam eins zum logischen anderen.

Ich begann zu schreiben. Über das, was ich erlebt und gefühlt habe. Über Situationen, in denen ich mich wiederfand. Über Menschen, die ich getroffen habe und kennenlernen durfte – und darüber, was sie mir mitgegeben haben. Aus diesen Begegnungen durfte ich viel lernen.

Ich schrieb darüber, was mir geholfen hat und wo ich Unterstützung erfahren habe: von Ärzten, Ärztinnen, Pflegenden und Patienten. Von Visiten, Arztgesprächen und Untersuchungen. Vom neuen Job, Patientin zu sein. Von Freundschaften, die gingen, die ich ziehen lassen musste (wollte), und von solchen, die neu dazu kamen.

Ich schrieb von Ängsten, vom Glück, von Dankbarkeit. Vom Segen guter Routinen, von der Kraft der inneren Haltung, von Eigenverantwortung – und vom Warten, Hoffen und Bangen.

 

Immer mehr Beiträge purzelten in meinen Blog das „Zellenkarussell“.

Und dann ging es immer weiter.

Als ich einer guten Bekannten von der Idee erzählte, meinen behandelnden Professor interviewen zu wollen, meinte sie ganz locker:

„Ach, mach doch gleich einen Podcast draus.“

Nach anfänglichem Abwiegeln – „Podcast, ich?“ – konnte ich es dann doch nicht lassen, mich schlau zu machen und zu schauen, wie das funktionieren könnte. Denn mein großer Traum war es immer gewesen, Radiomoderatorin zu werden. Die Welt der Hörspiele und der schönen, besonderen Stimmen hatte es mir schon immer angetan.

Rückblickend war das der Startschuss für „Nellas Neuaufnahme – Warum sich Patienten und Ärzte besser verstehen sollten.“

Schon verrückt, wie es manchmal im Leben läuft.

Ich sammelte immer mehr Wissen. Aus den vielen Tipps, Erfahrungen und Informationen entschied ich schließlich, einen kompakten Ratgeber zu machen – mit Listen, Leitfäden, Raum für Notizen und Gedanken sowie vielen Adressen und Quellen.

Damit alle Patientinnen und Patienten immer alles dabei haben.

Der kam auch bei Angehörigen sehr gut an. Endlich hatten sie etwas in der Hand, das ihnen den Umgang mit ihren erkrankten Liebsten erleichtert. Er heißt:
„Warum sagt mir das denn niemand? Was Du nach einer Krebsdiagnose alles wissen musst.“

Und nun geht es in die nächste Rund: 

Der 2. Ratgeber, ein Erfahrungs- und Strategiebuch, für das Leben in der verflixten dritten Phase“ wird am 4. Februar 2026 zum Weltkrebstag erscheinen. 

Der Titel lautet:

Fliegen mit verklebten Federn. Wie Du Dein Leben nach der Krebstherapie neu entfaltest.“ 

Mehr Infomationen folgen demnächst hier.

Nella – Fakten und Hintergründe

Nella Rausch ist gebürtige Dortmunderin (*1966). Sie lebt seit 1996 mit ihren drei Kindern in Berlin-Charlottenburg.

Profession und Ausbildung: Jurastudium (Nebenfach Sinologie). Journalistin, Werbetexterin, Projektleiterin und Prokuristin in der Eventbranche.

Diagnose und Therapie im Schnelldurchlauf: 2015 erhielt Nella Rausch die Diagnose Non-Hodgkin-Lymphom (4. Stadium). Danach: Therapieversagen. Schließlich eine erfolgreiche Immuntherapie im off-Label-use 2016/2017. 2017 eine allogene Stammzelltransplantation. Seitdem ist die Autorin krebsfrei.

Blog und Podcast: Im August 2019 gründete sie ihren Blog „Zellenkarussell“. Im Oktober 2020 der Podcast „Nellas Neuaufnahme  – Warum sich Patienten und Ärzte besser verstehen sollten“.
Ihr erster Ratgeber „Warum sagt mir das denn niemand? Was Du nach einer Krebsdiagnose alles wissen musst.“ erschien im November 2022.
Ihr zweites Werk, ein Erfahrungs- und Strategiebuch für das Leben nach der Krebstherapie erscheint am 4. Februar 2026 – zum Weltkrebstag.

Weiteres: Seit 2019 ist Nella Rausch Autorin für das Medizinportal DocCheck (Kanal „Zweitmeinung“, über 2.200 Follower) und hat bereits in diversen Medien Texte veröffentlicht, darunter auch in der „Brigitte Woman“. Darüber hinaus ist sie als Mutmacherin fester Bestandteil von „Yeswecan!cer“ – Deutschlands größter digitaler Selbsthilfegruppe – und seit Oktober 2025 Mitglied des „YES! Patient Council“.

Ihre Botschaft: Der informierte Patient wird besser behandelt.
Ihr Motto: Gib Dich niemals auf, niemals! Ergreife jede Chance, die sich Dir bietet, jede.

Mehr über ihren Weg nach der Diagnose findest Du hier.

Sie hält Vorträge, gibt Lesungen und konzeptioniert eigene Workshops. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit:

  • Freies heilsames Schreiben.
  • Gesprächsführung mit Ärzt*innen für Patienten und Angehörige.
  • Die verflixte dritte Phase – Warum der berühmte Phoenix aus der Asche auf sich warten lässt.
  • Warum sagt mir das denn niemand? Ein Erfahrungsbericht mit Dos und Dont´s im Patientenalltag.

Gerne auch gemeinsame Themenentwicklung auf Anfrage.